Bava Kamma 49

Kapitel 49

א לא אדון קרן מקרן אני אדון קרן מרגל ומה במקום שהקל על השן ועל הרגל ברה"ר החמיר בקרן מקום שהחמיר על השן ועל הרגל ברשות הניזק אינו דין שנחמיר בקרן
1 I<small>CH FOLGERE NICHT DIE</small> H<small>ORNSCHÄDIGUNG VON DER</small> H<small>ORNSCHÄDIGUNG</small>, <small>SONDERN DIE</small> H<small>ORNSCHÄDIGUNG VON DER</small> F<small>USSCHÄDIGUNG: WENN ES IN EINEM</small> F<small>ALLE, WOBEI ES HINSICHTLICH DER</small> Z<small>AHNSCHÄDIGUNG UND DER FUSSCHÄDIGUNG ERLEICHTERT WORDEN IST, NÄMLICH AUF ÖFFENTLICHEM</small> G<small>EBIETE, HINSICHTLICH DER HORNSCHÄDIGUNG ERSCHWERT WORDEN IST, UM WIEVIEL MEHR MUSS IN EINEM</small> F<small>ALLE, IN DEM ES HINSICHTLICH DER</small> Z<small>AHNSCHÄDIGUNG UND DER</small> F<small>USSCHÄDIGUNG ERSCHWERT WORDEN IST, NÄMLICH IM</small> G<small>EBIETE DES GESCHÄDIGTEN, HINSICHTLICH DER</small> H<small>ORNSCHÄDIGUNG ERSCHWERT WERDEN</small>.
ב אמרו לו דיו לבא מן הדין להיות כנדון מה ברה"ר חצי נזק אף ברשות הניזק חצי נזק:
2 J<small>ENE ERWIDERTEN IHM:</small> E<small>S GENÜGT, WENN DAS</small> G<small>EFOLGERTE DEM GLEICHT, WOVON GEFOLGERT</small> <small>WIRD: WIE AUF ÖFFENTLICHEM</small> G<small>EBIETE NUR DIE</small> H<small>ÄLFTE DES</small> S<small>CHADENS ZU ERSETZEN IST, EBENSO IST IM</small> G<small>EBIETE DES</small> G<small>ESCHÄDIGTEN NUR DIE HÄLFTE DES</small> S<small>CHADENS ZU ERSETZEN</small>.
ג <big><strong>גמ׳</strong></big> ור"ט לית ליה דיו והא דיו דאורייתא הוא דתניא מדין ק"ו כיצד (במדבר יב, יד) ויאמר ה' אל משה ואביה ירק ירק בפניה הלא תכלם שבעת ימים ק"ו לשכינה ארבעה עשר יום אלא דיו לבא מן הדין להיות כנדון
3 GEMARA. Hält denn R. Tryphon nichts von [der Regel] ‘es genügt’, sie ist ja aus der Tora!? Es wird nämlich gelehrt: Ein Beispiel für [den Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere:<i>Da sprach der Herr zu Moše: Hätte ihr Vater ihr ins Gesicht gespuckt, würde sie sich nicht sieben Tage schämen müssen</i>; man sollte nun vom Leichteren auf das Schwerere folgern, daß wegen [der Beleidigung] der Göttlichkeit dies vierzehn Tage währen sollte; aber es genügt, wenn das Gefolgerte dem gleicht, wovon gefolgert wird. —
ד כי לית ליה דיו היכא דמפריך ק"ו היכא דלא מפריך ק"ו אית ליה דיו התם שבעה דשכינה לא כתיבי אתא ק"ו אייתי ארבסר אתא דיו אפיק שבעה ואוקי שבעה
4 Nur in dem Falle, wenn dadurch der [Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere widerlegt werden würde, hält er nichts von [der Regel] ‘es genügt’, wenn aber dadurch [der Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere nicht widerlegt wird, hält er wohl von der Regel ‘es genügt’. Da ist von den sieben Tagen wegen [Beleidigung] der Göttlichkeit überhaupt nichts geschrieben, durch [einen Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere sind vierzehn Tage zu folgern, aber durch [die Regel] ‘es genügt’ werden sieben ausgeschlossen, sodaß es bei sieben verbleibt.
ה אבל הכא חצי נזק כתיב ואתא ק"ו ואייתי חצי נזק אחרינא ונעשה נזק שלם אי דרשת דיו אפריך ליה ק"ו
5 Hierbei aber befindet sich die [Zahlung der] Hälfte des Schadens in der Schrift und durch [einen Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere soll die zweite Hälfte des Schadens gefolgert werden, sodaß es zusammen den ganzen Schaden ausmacht; wenn du nun [die Regel] ‘es genügt’ anwendest, so wird dadurch [der Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere widerlegt. —
ו ורבנן שבעה דשכינה כתיבי תסגר שבעת ימים
6 Und die Rabbanan!? — Auch die sieben Tage wegen [Beleidigung] der Göttlichkeit befinden sich in der Schrift:<i>sie soll sieben Tage eingeschlossen werden</i>. —
ז ור"ט ההוא תסגר דדרשינן דיו הוא
7 Und R. Tryphon!? — Dies lehrt eben die Anwendung [der Regel] ‘es genügt’. —
ח ורבנן כתיב קרא אחרינא ותסגר מרים ור"ט ההוא דאפי' בעלמא דרשינן דיו ולא תאמר הכא משום כבודו של משה אבל בעלמא לא קמ"ל
8 Und die Rabbanan!? — Es gibt noch einen zweiten Schriftvers:<i>und Mirjam wurde eingeschlossen</i>. — Und R. Tryphon!? — Dies besagt, daß [die Regel] ‘es genügt’ auch anderweitig anzuwenden sei. Man könnte nämlich glauben, nur hierbei wegen der Ehrung Mošes, anderweitig aber nicht, so lehrt er uns.
ט א"ל רב פפא לאביי הא האי תנא דלא דריש דיו ואע"ג דלא מפריך ק"ו דתניא קרי בזב מניין ודין הוא מה טהור בטהור טמא בטמא טמא בטהור אינו דין שיהא טמא בטמא
9 R. Papa sprach zu Abajje: Folgender Autor hält ja nichts von [der Regel] ‘es genügt’ auch in dem Falle, wenn dadurch [der Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere nicht widerlegt wird. Es wird nämlich gelehrt: Woher dies vom Samentropfen eines Flußbehafteten? Dies ist durch einen Schluß zu folgern: wenn das, was bei einem Reinen rein ist, bei einem Unreinen unrein ist, um wieviel mehr ist das, was bei einem Reinen unrein ist, bei einem Unreinen unrein.
י וקא מייתי לה בין למגע בין למשא ואמאי נימא אהני ק"ו למגע אהני דיו לאפוקי משא
10 Dies wird gefolgert sowohl hinsichtlich der Berührung als auch hinsichtlich des Tragens. Weshalb nun, man sollte doch sagen, durch [den Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere sei das Berühren einzuschließen, und durch [die Regel] ‘es genügt’ sei das Tragen auszuschließen.
יא וכי תימא למגע לא אצטריך ק"ו דלא גרע מגברא טהור איצטריך סד"א (דברים כג, יא) מקרה לילה כתיב מי שקריו גורם לו יצא זה שאין קריו גורם לו אלא דבר אחר גרם לו קמ"ל
11 Wolltest du erwidern, hinsichtlich der Berührung sei [der Schluß vom] Leichteren auf das Schwerere nicht nötig, da es bei diesem nicht leichter sein kann als bei einem Reinen, so ist er dennoch nötig. Man könnte nämlich glauben, die Schriftworte<i>nächtliches Begegnis</i> besagen, daß dies nur von einer Person gelte, bei der [die Unreinheit] durch das Begegnis veranlaßt worden ist, ausgenommen dieser, bei dem dies nicht durch das Begegnis veranlaßt worden ist, sondern durch etwas anderes; daher ist er nötig. —
יב מידי ולא ד"א כתיב
12 Heißt es denn: und nichts anderes!?
יג ומאן תנא דשמעת ליה דאמר שכבת זרע של זב מטמא במשא לא ר"א ולא רבי יהושע דתנן שכבת זרע של זב מטמא במגע ואין מטמא במשא דברי רבי אליעזר ורבי יהושע אומר אף מטמא במשא לפי שאי אפשר בלא צחצוחי זיבה
13 Wer ist der Autor, welcher sagt, der Samentropfen des Flußbehafteten sei durch das Tragen verunreinigend: weder R. Elie͑zer noch R. Jehošua͑!? Wir haben nämlich gelernt: Der Samentropfen des Flußbehafteten ist verunreinigend durch Berührung und nicht durch Tragen — so R. Elie͑zer; R. Jehošua͑ sagt, er sei auch durch Tragen verunreinigend, weil er ohne Flußtropfen nicht möglich ist.
יד עד כאן לא קאמר רבי יהושע התם אלא שאי אפשר בלא צחצוחי זיבה הא לאו הכי לא אלא האי תנא הוא דתנן למעלה מהן
14 R. Jehošua͑ ist dieser Ansicht nur deshalb, weil er ohne Flußtropfen nicht möglich ist, sonst aber nicht. — Vielmehr, es ist der Autor der folgenden Lehre: Noch höher